Einsturz Eishalle Bad Reichenhall - 15 Tote

Alarmzeit:02.01.2006 - 16:28 Uhr
Ausrückezeit: 16:29 Uhr
Einsatzstichwort:Alarmstufe 6
Ort:Bad Reichenhall

Der 2. Januar 2006 wird als Tag des unermesslichen Leides und der Trauer in die Geschichte des Landkreises Berchtesgadener Land eingehen. 15 Tote, davon zwölf Kinder und Jugendliche und drei erwachsene Frauen sowie 34 zum Teil schwer verletzte Menschen sind die schreckliche Bilanz des Dacheinsturzes der Eislaufhalle in Bad Reichenhall.

Aufgrund des Ausmaßes des Unglücks wurde am Montag um 16.37 Uhr der Katastrophenfall durch das Landratsamt Berchtesgadener Land festgestellt. Bis zu 700 Rettungs- und Hilfskräfte waren in der Folge gleichzeitig im Einsatz. Wegen der ständigen Einsturzgefahr instabiler Bauteile gestalteten sich die Bergungsarbeiten während der gesamten Dauer des Einsatzes äußerst schwierig. Die Rettungskräfte arbeiteten bis zur Erschöpfung und teilweise unter Einsatz ihres Lebens. Am Donnerstag, den 05.01.06 um 19.08 Uhr hat Herr Landrat Georg Grabner den Katastrophenfall für beendet erklärt.

Am Montag um ca. 22.45 Uhr konnte zuletzt ein fünfjähriges Mädchen lebend und leicht verletzt aus den Trümmern gerettet werden. Im Verlaufe der Rettungs- und Bergungsarbeiten kamen auch schwere Kräne und Bagger zum Einsatz. Am Dienstag gegen 12.30 Uhr mussten die Bergungsarbeiten wegen akuter Einsturzgefahr schwerer Bauteile eingestellt werden. Die Nordwestseite der Gebäudeteile neigte sich nach außen. Eine Spezialfirma zum Abbau schwerer Bauteile wurde angefordert und nahm gegen 20.30 Uhr an der Unglücksstelle die Arbeit auf.

Die letzte noch vermisste Person, eine 40-jährige Frau, wurde am Donnerstagmorgen gegen 02 Uhr geborgen. Alle Todesopfer hatten ihren Wohnsitz in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein. Die Arbeiten an der Unglücksstelle wurden solange fortgesetzt, bis auszuschließen war, dass sich weitere Menschen, die der Polizei nicht als vermisst gemeldet wurden, unter den Trümmern befinden.

Nach Polizeiangaben waren rund 50 Menschen in der Halle, als das Dach vermutlich aufgrund der Schneelast einstürzte. Die Ermittler haben begonnen, Zeugen zu vernehmen. Auch eine Obduktion der Opfer wurde angeordnet. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Sachverständige mit der Ermittlung der Unglücksursache beauftragt.

Von der Feuerwehr Berchtesgaden waren der Rüstwagen, die Drehleiter sowie der Transport-LKW mit Schnelleinsatzzelt, Heizung, Stromerzeuger, Rettungssäge, Wärmebildkamera und Räumgerät vor Ort. Die Nachalarmierungsstelle der Feuerwehr Berchtesgaden hatte die gesamte Nachalarmierung für den Landkreis Berchtesgadener Land übernommen.

© 2006 - Feuerwehr Berchtesgaden, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
Text: BRK Pressearbeit BGL; Änderungen: Th. Pfnür
Foto(s): BRK Pressearbeit BGL
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