Waldbrand am Thumsee

Alarmzeit:13.04.2007 - 23:45 Uhr
Ausrückezeit: 23:45 Uhr
Einsatzstichwort:Alarmstufe 3
Ort:Bad Reichenhall

Von 13.04.2007 ca. 14:00 Uhr bis 15.04.2007 um 18:35 Uhr kämpften zahllose Einsatzkräfte der verschiedensten Organisationen und mehrere Hubschrauber gegen einen Waldbrand oberhalb des Thumsees bei Bad Reichenhall. Da sich das Feuer in dem teils sehr unwegsamen Gelände aufgrund der trochenen Witterung extrem schnell ausbreitete, veranlasste die Einsatzleitung frühzeitig eine umfangreiche Nachalarmierung. Am 14.04.2007 um 01:10 Uhr wurde der Katastrophenalarm ausgerufen.

Die FFW Berchtesgaden rückte am 13.04.07 um 23.30 Uhr mit zwei Fahrzeugen (LKW, Mehrzweckfahrzeug) aus und wurde an der Einsatzstelle dem Abschnitt "Berg" zugeteilt. Mit Pendelverkehr, langer Schlauchstrecke, aber auch dem Einsatz von Feuerpatschen und tragbarem Löschgerät gelang es den eingesetzten Wehren in den frühen Morgenstunden, das Feuer zunächst unter Kontrolle zu bringen. Bei den weiteren Löscharbeiten, die tagsüber jeweils auch durch bis zu neun Hubschrauber mit Aussenlastbehältern unterstützt wurden, waren auch die Löschfahrzeuge der beiden Berchtesgadener Löschzüge Au und Maria Gern sowie das Tanklöschfahrzeug des Löschzugs Au vorübergehend beteiligt.

Am 14.04.07 erfolgte um 02:57 die Alarmierung der Nachalarmierenden Stelle der Feuerwehr Berchtesgaden. Diese übernahm dann bis 14.04.07 ca. 20:00 Uhr alle erforderlichen Nachalarmierungen von Feuerwehr und THW im Landkreis BGL.

Am 15.04.2007 um 18.35 Uhr erklärte das Landratsamt Berchtesgadener Land als zuständige Behörde den Katastropheneinsatz am Thumsee nahe Bad Reichenhall offiziell für beendet. Damit endete der Katastrophenfall, erklärt am Samstag um 1.10 Uhr, nach insgesamt mehr als 41 Stunden. Der Bergwaldbrand am Thumsee, der am vergangenen Freitag gegen 14 Uhr begonnen hatte, konnte nur Dank eines unermüdlichen Einsatzes von vielen hundert Einsatzkräften am Boden und einer in dieser Form bisher einmaligen Löschaktion aus der Luft in seiner Ausbreitung bestmöglich eingedämmt und schließlich vollständig abgelöscht werden.

Das Einsatzgebiet erstreckte sich insgesamt auf ca. 600.000 qm, direkt betroffen von dem Bergwaldbrand war eine Waldfläche von ca. 25 - 30 ha. Endgültige Aussagen über tatsächlich vernichtete Waldflächen oder eine Bezifferung der genauen Schadenshöhe können von den Bayerischen Staatsforsten noch nicht gemacht werden. Ebenso ist die Brandursache bisher nicht geklärt. An dem vor allem in Sachen Koordination und Zusammenarbeit aller beteiligter Organisationen sehr gelungenen Großeinsatz waren an den 3 Tagen insgesamt 960 Personen beteiligt, die sich wie folgt auf die Organisationen verteilen:

* Freiwillige Feuerwehren (Landkreise BGL und TS sowie Österreich): 480 Personen
* Bayerisches Rotes Kreuz (inkl. Berg- und Wasserwacht): 190 Personen
* Polizei: 140 Personen
* THW: 70 Personen
* Bundeswehr: 50 Personen
* Landratsamt BGL: 20 Personen
* Stadt Bad Reichenhall: 10 Personen

Die Löschflugeinsätze wurden an den 3 Tagen mit insgesamt 11 Hubschraubern von folgenden Organisationen bzw. Privaten durchgeführt:

* Bundeswehr: 3 Hubschrauber (davon 2 Großhubschrauber CH 53)
* Polizei: 3 Hubschrauber
* Bundespolizei: 2 Hubschrauber
* Werksfeuerwehr der EADS: 2 Hubschrauber
* Salzburger Polizei (nur freitags): 1 Hubschrauber

Dabei wurden hochgerechnet ca. 2,5 Millionen Liter Wasser in dem unwegsamen Einsatzgebiet abgelassen. Zusätzlich wurden noch ca. 0,5 Millionen Liter Wasser über die Bodenleitungen der Feuerwehren in den Bereich zum Löschen gepumpt.

© 2007 - Feuerwehr Berchtesgaden, Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit
Text: LRA BGL, A. Brandner, Th. Pfnür
Foto(s): A. Brandner
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